Pumpspeicherkraftwerk über Leifers: keine falsche Euphorie!

Mit großem Medienecho und Zustimmung auch seitens des Landesrates für Energie ist das Projekt eines Pumpspeicherkraftwerkes oberhalb von Leifers aufgenommen worden, das Christian Masten für die South Tyrol Energy soeben dem Stadtrat in Leifers vorgestellt hat.
Das Projekt, das mithilfe von billigem Nachtstrom große Wassermengen nach oben pumpt, um dann bei Tag teuren Spitzenstrom zu erzeugen, mag besser platziert sein als das vor einem Jahr in Ritten von KELAG geplante Projekt, das dem Leiferer Vorhaben in frappierender Weise gleicht. Anders als am Ritten ist das Gelände oberhalb des Leiferer Autobahntunnels kein Siedlungsgebiet, aber auch hier werden enorme Gesteinsmengen aus dem Berg abgebaut, mit entsprechendem Baustellenbetrieb und LKW-Verkehr in einem bereits belasteten Umfeld.


  • Die Frage des Wasserhaushalts am Berg ist auch in diesem Fall problematisch, da Quellen akut bedroht werden können, wie dies bereits beim Bau der Umfahrungstunnels in Leifers der Fall war.

  • Auch stellt sich die Frage, ob der billige und betriebswichtige Nachtstrom wirklich von Wind- und Solarenergie gespeist wird und nicht etwa durch günstigen Atomstrom aus Frankreich, wie bei vielen Pumpspeicherkraftwerken der Fall. Die Landesregierung, die sich mit dem Landtag vehement gegen AKW’s in Italien ausgesprochen hat, sollte der abzulehnenden Atomenergie in diesem Fall keine Hintertür öffnen.

Schließlich fragt sich ob es nicht zielführender wäre, anstelle aufwändiger Pumpspeicherkraftwerke im Berg die unterschiedlichen Gefällstufen zwischen Stauseen im Ulten- oder Martelltal auszunützen und dort allenfalls entsprechende Kraftwerke mit weniger Finanzaufwand und Eingriffen zu realisieren. Diese und andere Einwände wird auch die künftige UVP zu berücksichtigen haben.

Hans Heiss
Riccardo Dello Sbarba

 

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