Schilderstreit: Andere Tonart des LH ist dringend gefragt: „Isch-mir-wurscht-“ und „Me-ne-frego“-Sprüche schüren nur Populismus und schaffen neue Probleme.

Die Reaktionen von Landeshauptmann Durnwalder auf den Verweis des Ministerrats in Sachen Schilder tragen nicht dazu bei, das künftige Verhandlungsklima zu verbessern. In der Öffentlichkeit gestern mehrfach wiederholte LH-Sprüche wie „Was Rom sagt, isch mir wurscht“ und „Me ne frego“ verbauen jede künftige Gesprächsbasis und heizen zudem den Populismus und die Los-von-Rom-Stimmung im Lande kräftig an. Der Landeshauptmann sollte solche Muskelspiele unterlassen, weniger auf das patriotische Lager schielen und stattdessen die 60 Tage dazu nutzen, um eine neue Gesprächsbasis zu suchen. Die römische Vorgabe sollte nicht als Diktat begriffen werden, sondern als Ausgangspunkt neuer Verhandlungen.
Die Grundlage bildet der am 8. Juli grundsätzlich ausgehandelte Kompromiss, der keineswegs darauf abzielen kann, sämtliche 36.000 Namen zu übersetzen, sondern eine moderate Zweisprachigkeit nach klaren Kriterien vorsehen muss. Die Zwei-Monats-Frist bis zur Ersatzvornahme durch den Staat schafft genügend Spielraum für weitere Verhandlungen. Eine harte Linie provoziert nichts als neue ethnische Spannungen wie im Frühjahr 2009, als das Negativklima nur durch entschiedenen Einsatz der friedensbewussten Kräfte im Land beschwichtigt werden konnte.


Hans Heiss 

 

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