BBT- Kostenvoranschlag um 1 Mrd. € erhöht
Und ist der Ruf erst ruiniert, so lebt sich’s richtig ungeniert: BBT- Kostenvoranschlag um 1 Mrd. € erhöht.

BBT SE und RFI haben nach Nachberechnungen den neuen Kostenvoranschlag für den BBT an das Infrastrukturministerium in Rom mitgeteilt: Der noch im Juli 2009 auf 7,15 Mrd. veranschlagte Ansatz wird nun auf 8.15 Mrd. erhöht. Die Kostensteigerung geht zu 50% auf neue Umweltauflagen, zu 50% auf Nachberechnungen zurück.
Demnach ist die Kostensteigerung allein für den Tunnel seit 2005, als der Bau noch auf 5 Mrd. geschätzt wurde, um über 60% explodiert. Von den über 8 Mrd. € entfällt auf Italien ein Anteil von über 4 Mrd. € allein für den Tunnel. Die Schätzungen des Schweizer Verkehrsexperten Max Herry, der bereits 2005 die Tunnelkosten auf 15 Mrd. schätzte, werden immer realistischer.
BBT-Koordinator Fabris findet freilich, dies sei alles problemlos abzudecken. Bis 2012 stehen auf italienischer Seite aber nicht mehr als 712 Mio. € bereit, die auch durch die künftige Autobahn-Querfinanzierung und weitere Einnahmen nicht entscheidend aufgestockt werden. Auch eine EU-Finanzierung ab 2013 ist mehr als ungewiss.
Rechnet man zum neuen Kostenvoranschlag von 4 Mrd. auf italienischer Seite noch die ersten Teilstücke der Zulaufstrecken (Franzensfeste-Waidbruck 1,45 Mrd.) und Umfahrung Bozen 800 Mio. hinzu, so sind nur für die wichtigsten Baumaßnahmen auf italienischer Seite über 6 Mrd. erforderlich.
Die aktuellen Aussagen von BBT-Präsident Bergmeister, Österreich sei nach den jüngsten Zweifeln jetzt doch zum Bau bereit, sind nach diesen Kostenerhöhungen mehr als fragwürdig: Sowohl die Alpenrepublik Österreich wie auch Italien haben in der akuten Finanzkrise kaum Chancen, das Projekt zu stemmen.
Hans Heiss


