Schilderstreit: Für ein Abkühlen der Debatte und eine rationale, klare Lösung!
 

Die Grünen verfolgen den schwelenden Schilderstreit mit Sorge. Nationalistische Stimmungen werden aufgeheizt und die aktuelle Emotionalisierung der Debatte zeigt auf, dass hier seit Langem das Finden einer guten Lösung für alle SüdtirolerInnen versäumt wurde.

 

Um diese Lücke aufzuheben und die Situation zu normalisieren, fordern wir:

  1. Die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen (Pariser Vertrag und Autonomiestatut) und folglich die weitgehend zwei- bzw. dreisprachige Benennung der Örtlichkeiten.
  2. Die Ausarbeitung des Toponomastikgesetzes im Sinne des friedlichen Zusammenlebens muss Vorrang vor allen anderen Überlegungen haben. Den ItalienerInnen in unserem Land muss die Verwendung all jener Namen zugestanden werden, die sie seit 80 Jahren benutzen – unabhängig von den zweifelsfrei imperialistischen Hintergründen der Entstehung dieser Namen. Wahrscheinlich wird es vor einer sinnvollen Neuregelung zuerst eine Abänderung des Autonomiestatuts brauchen. Denn der Art. 101 des 2. Autonomiestatuts ist unbefriedigend.
  3. Es gehört in den kulturellen Auftrag der Politik unseres Landes, die Sensibilität dafür zu schaffen, dass die Tolomei’schen Namen mit dem Ziel der Unterdrückung der deutschen und der ladinischen Volksgruppe entstanden sind. Diese Namen müssen, analog zu den Denkmälern, Zeugen einer Geschichte sein, die wir in Südtirol kennen und gemeinsam aufarbeiten sollen. In einer entspannten Atmosphäre der Sprachgruppen untereinander könnten auch formal festgehaltene, aber kaum verwendete Ortsnamen im Konsens gestrichen werden können
  4. Es geht nicht an, dass eine Sprachgruppe darüber entscheidet, welche Namen eine andere Sprachgruppe zu verwenden hat. Diese Entscheidung steht auch nicht einer Kommission oder einem Landesamt zu.
  5. Für die praktische Regelung erinnern wir an den Grünen Gesetzesentwurf, der schon mehrfach durch den Landtag gegangen ist und der die Unterscheidung von öffentlicher und privater Toponomastik vorsieht.

 Brigitte Foppa und Sepp Kusstatscher, Co- Landesvorsitzende der Grünen

 

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